Margrit Witt-Horchler, HP

Seit 1998 u.a. Ernährungs- und Gesundheitsberaterin (http/www.villaveda.de). Schülerin von Kerstin Rosenberg (REAA).

Meine Beratung orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen und wird nach eingehender Anamnese ganz individuell an Dosha-Konstellation, Lebenssituation und Erkrankungen oder Beschwerden angepasst. Klienten/Patienten erhalten einen definierten Ernährungsplan, Einkaufstipps, Rezepte und eine umfassende, leicht umsetzbare Beratung, die zu einem realistischen und gemeinsam festgelegten Ziel führt.

In meinen Kochworkshops oder bei Ihnen zuhause lernen Sie die praktische Umsetzung der ayurvedischen Ernährung und wie köstllich und vielseitig ayurvedisches Essen sein kann.

Ein praktisches Beispiel: Die drei Ernährungskörbe

Vata-Merkmale: Leicht, beweglich, kreativ, Kälte empfindlich, trockene Haut/Haare.

Pitta-Merkmale: Hitze, Durchsetzungsvermögen, Wettbewerbsorientiertheit, starkes Agni u. ausgeprägtes Hungergefühl.

Kapha-Merkmale: Schwere, Trägheit u. Müdigkeit, Freundlichkeit, schwaches Agni u. weniger Hungergefühl.


Vata - Einkaufskaufskorb

Generell kann die Geschmacksrichtung eher natürlich süß, säuerlich und salzig sein. Weil Vata-geprägte Menschen oft zu wenig Körpergewicht haben, sehr zierlich und beweglich sind, benötigen sie schnell verfügbare Energie, können aber zu den Mahlzeiten keine großen Portionen verzehren.

Fürs Frühstück benötigen Vata-Menschen einen gekochten Getreidebrei aus Hafer-, Reis- oder anderen Getreideflocken (außer Hirse, die zu trocken ist). Eine erste warme Mahlzeit bringt Vata in Schwung und reicht oft bis zum Mittagessen. Ein paar eingeweichte Trockenfrüchte wie Aprikosen oder Rosinen geben dem Brei (1 zu 2 = 1 Teil Getreideflocken, 2 Teile Wasser aufquellen lassen) ausreichend Substanz.

Für die Mittags-Hauptmahlzeit empfehle ich: Basmati-Reis, Dinkel, Amaranth, Quinoa. Die Getreide eventuell auch als Vollkornnudeln, alles aber immer warm und gekocht. Eher die süßen und leichter verdaulichen Gemüsesorten gehören in den Vata-Einkaufskorb wie Kürbis, Süßkartoffeln, Zucchini, Kohlrabi, Blumenkohl und grüne Bohnen, aber auch Kartoffeln und Rote Bete u. Pastinaken sowie Möhren. Mit etwas Mandelmilch oder Kokosmilch im Kochwasser nimmt alles einen milden Geschmack an. Gute, ungesättigte Öle sollten nicht zu sparsam eingesetzt werden und auch mit Salz muss Vata nicht sparsam sein, weil sie nicht zu Wassereinlagerungen im Körper neigen (wie z.B. Kapha). Je nach Ausrichtung können die Mittagsmahlzeiten mit Bio-Fisch oder Geflügel angereichert (2-3 wöchentlich) oder mit Mozarella oder Tofu zubereitet werden.

Abends sind Gemüsesuppen oder Aufläufe ohne tierisches Eiweiß (und keine Milchprodukte, kein Salat) für Vata empfehlenswert.

Pitta - Einkaufskorb

Pitta-Menschen haben oft Hunger und müssen dann schnell etwas Essen. So bieten sich Blitzgerichte an, die in wenigen Minuten zubereitet sind (siehe Rezepte). Es sollten eiweißreiche Mahlzeiten zum Mittagessen verzehrt werden. Milchprodukte, Tofu, Bio-Fleisch sind erlaubt, wenn sie gut vertragen und bedenkenlos genossen werden können. Generell gilt, keine scharfen Gewürze (regen Agni unnötig an und führen zu Übersäuerung). Pitta-Gewürze sind Koriander, Kurkuma und Kreuzkümmel (in kleinen Mengen). Übersäuerung, Genussgifte und Hitze sollten Pitta-Menschen meiden.

Frühstück können Pitta-geprägte selten auslassen und verzehren gern Joghurt oder Quark. Die Regel ist allerdings, dass dazu kein saures Obst gegessen werden sollte (Gärung).

Die Hauptmahlzeit sollte bittere Gemüse wie Spinat, Mangold, Brokkoli, Kohlsorten und saisonal Spargel enthalten. Auch Kartoffeln und Rote Bete sowie grüne Bohnen tun Pitta gut. Je nach Grundenergiebedarf (schwankt von Jugend bis Alter und ist abhängig von der körperlichen Leistung) sollten sattmachende Getreide nicht fehlen. Pitta verträgt meistens Hülsenfrüchte (gute Eiweißquelle). Als Öle eignen sich Raps- und Olivenöl, aber vor allem auch Kochen mit Ghee. Pitta verträgt mittags grüne Blatt-Salate und Rohkost, ja benötigt sie sogar zum Teil.

Abends gilt auch für Pitta die ayurvedische Grundregel: keine Rohkost, kein Obst, keine schwer verdaulichen Speisen, sondern Suppen, Aufläufe und Backofen-Gemüse.

Kapha - Einkaufskorb

Eine wichtige Grundregel für Kapha-Menschen ist der weitgehende Verzicht auf Brot und Käse und vor allem auf das von den meisten geliebte Käsebrot (schwer verdaulich). Der generelle Verzicht auf Milchprodukte ist hier ebenfalls häufig ein wichtiger Schritt zu mehr Gesundheit, weil Milch die Kapha-Menschen verschleimt. Die Verdauung ist schwach und Bewegung zu eingeschränkt, so dass die Mahlzeiten dem Energiebedarf entsprechend leicht und kalorienarm sein sollten. Hilfreich ist der Verzicht auf Frühstück und/oder Abendessen (besonders ab 50).

Kapha sollte zum Mittagessen viel Gemüse verzehren. Das Essen darf gut gewürzt, aber sollte schwach gesalzen (Wassereinlagerungen-Ödeme) sein. Je nach Energiebedarf können Getreide wie Hirse oder Quinoa bzw. Reis verzehrt werden.

Abends sind Gemüse-Suppen, Aufläufe, Backofen-Gemüse eine gute Wahl (bei Übergewicht ganz wenig essen oder auf die Mahlzeit verzichten).

Autorin Margrit Witt-Horchler, Ayurveda-Spezialistin www.villaveda.de